Schwalben für den Schwalm-Eder-Kreis

Aktuelles

Am 13.05. erreichte uns die Meldung von Herrn Potzkai aus Ostheim:

Die Schwalben haben die Nester an seiner Scheune gefunden, die Freude ist groß!

Es ist kein typischer Nistplatz für Mehlschwalben, denn sie bevorzugen eigentlich weiße Wände. Aber in Ostheim ist die Population gut, wir haben dort viele Schwalbenfreunde gefunden die ihr Haus zur Verfügung gestellt haben.

Das erhöht die Akzeptanz auch andere Plätze anzunehmen, nicht nur an weißen Wänden zu suchen.

potzkaimehl

Die Montage der Nester ist fast abgeschlossen. Am 12.05. sind wir fertig.

heinermöller
Bei Heiner Möller in Stolzenbach konnten neben 2 Mehlschwalbennestern auch 2 Mauerseglerkästen untergebracht werden. Das srieh-srieh begleitet ihn hoffentlich bald durch den Sommer2017
seglerkastenmose
2 Mauerseglerkästen konnten am Giebel der Scheune installiert werden.
seglerkastenmosenah
Untermieter gesucht in der Forststrasse, Wabern!

 

 

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In Hebel hat der Hauseigentümer die Nester selber montiert
mureckvorderansicht
Wiera
Tinareinhard
Niedermöllrich
shwalberngilserberg
Gilserberg
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Gilserberg, Bahnhofstr.
sachsenhausen
Sachsenhausen
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Jesberg. mit einem Mauerseglerkasten, die suchen hier ständig
fuerschwalben
Moischeid, bei Jörg und Michaela

Blick ins Winterquartier

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Aktueller Lebensraum unserer Schwalben unter südlicher Sonne – Akaziensavanne in Kenia. Foto: Stübing

Schwalben unter südlicher Sonne

Schwalben und Menschen verbindet eine Jahrtausende alte gemeinsame Geschichte. Ursprünglich waren die beiden Schwalbenarten unserer Städte ausschließlich Bewohner felsiger Gebirge. Die Rauchschwalbe brütete dort in Höhlen, die Mehlschwalbe an hohen Felswänden. Mit dem Bau von Wohnhäusern und Stallungen durch den Menschen boten sich ihnen weitere Brutplätze, die die schnellen Flieger schnell besiedelten. So konnten sie, ausgehend von den kleinräumigen Gebirgsbereichen, ganz Europa als Brutgebiet besiedeln. Und auch wir Menschen hatten davon unseren Vorteil, da die Schwalben einen großen Teil der lästigen, Krankheiten übertragenden Insekten als Futter für ihre Jungtiere fingen.

Dieses Jahrtausende alte Zusammenspiel ist sicher der Grund für die große Sympathie, die den Schwalben auch heute noch von den meisten Menschen entgegen gebracht wird. Sicherlich hat sich daher der eine oder andere auch schon gefragt, wohin die Schwalben aufbrechen, wenn sie im August und September in ihre Winterquartiere abziehen. Solche Fragen lassen sich durch die Beringung klären, für die die Vögel mit sehr kleinen und leichten Fußringen ausgestattet werden. Auf den Ringen ist eine Kennziffer und das zuständige Forschungsinstitut vermerkt, so dass die Ringnummer an die Wissenschaftler weitergemeldet werden kann, sobald ein beringter Vogel gefunden wird. Auf diesem Weg wissen wir ziemlich genau, wo sich unsere heimischen Rauch- und Mehlschwalben im Spätherbst aufhalten. Viele sind zwar noch in Südeuropa und vor allem Nordafrika, vor allem in Algerien unterwegs. Doch haben es zahlreiche Schwalben auch schon etwa 6.500 km weit bis nach Angola oder an den Kongo geschafft, wobei sie erfolgreich die Sahara überquert und auch den Regenwaldgürtel fast schon hinter sich gelassen haben. Dort verbringen viele der schnellen Flieger auch die kommenden Wintermonate. Andere, vor allem Rauchschwalben, ziehen aber noch weiter bis in das südliche Südafrika und können dort schon im November eintreffen. Damit legen die kaum 20 Gramm wiegenden Winzlinge eine Strecke von fast 10.000 km zurück und treffen auf ihrer Reise Elefanten- und Büffelherden, Giraffen oder Löwenrudel!

Zurück am Brutplatz haben es Schwalben in unserer modernen Welt aber nicht leicht: Modernisierte und renovierte Häuserfassaden machen es ihnen schwer, Nester anzulegen. Landwirtschaftliche Betriebe werden aufgegeben und Viehställe aus hygienischen Gründen versiegelt. Auch deshalb stehen die Frühlings- und Sommerkünder mittlerweile auf der Liste der gefährdeten Vogelarten!

Die Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz hat daher in einem Projekt der Biodiversitätsstrategie des Landes Hessen 1.000 Kunstnester für Schwalben gefertigt, für die nun „Vermieter“ gesucht werden (die HNA berichtete). Die Vogelkundler bieten dazu eine kostenlose Beratung an und stellen auch die Nester einschließlich der Anbringung kostenlos zur Verfügung. Kontakt: Andrea Krüger-Wiegand, Tel. 05683 923092, mobil 0160 98320086 oder mauerseglerhilfe@t-online.de. Das ist doch ein schöner Gedanke: während die Schwalben in der Savanne unter glühender Sonne gerade in der Nähe einer Elefantenherde unterwegs sind, entstehen zuhause neue Brutplätze für die bedrohten Flitzer!